Historie

Eckdaten

1952   Gründung als „Jugendorchester“ unter Edwin Roth

1962   „Jugendkammerorchester“ der Stadt Attendorn

1972   „Kammerorchester“ Attendorn

1984   Werner Fichten dirigiert im Wechsel mit Hans-Georg Diez

1986   Werner Fichten übernimmt musikalische Leitung des Kammerorchesters

1995   Kammerorchester wird eingetragener gemeinnütziger Verein

 „ Förderverein Kammerorchester Attendorn e.V.“

2004  Barbara Wilkmann übernimmt nach Karl- Heinz Michels

  Vereinsvorsitz

2014   Valid Agayev wird Gastdirigent

2015   Werner Fichten übergibt musikalische Leitung an Valid Agayev

 

Kammerorchester Attendorn 1952 – heute

Anknüpfend an das „ Attendorner Streichorchester“ unter Rudi Wurm entstand Ende 1951 die Idee, junge Menschen für die klassische Musik und das Orchesterspiel zu gewinnen, indem ihnen kostenloser Streichunterricht an geliehenen Instrumenten angeboten wurde, um sie nach kurzer Zeit in einer Jugendmusikgruppe zusammenzubringen.

So wurde das Kammerorchester Attendorn im Jahr 1952 auf Initiative von Edwin Roth und Günter Kaltemorgen gegründet. Dank des besonderen pädagogischen Geschicks und unermüdlichen Einsatzes des Gründers und ersten Dirigenten Edwin Roth konnte ein Jugendorchester aus der Taufe gehoben werden, das sich mit 24 Streichern und komplettem Bläsersatz sehen lassen konnte. Nur ein Jahr später lobte die Konzertkritik unter der Überschrift „Jugend will nicht nur Jazz“ das erstaunliche Können der im Durchschnitt 16- Jährigen in der Interpretation klassischer Musik. Bereits 1953 gab es auf Burg Bilstein und ein Jahr später im Rivius- Gymnasium erste Konzerte.

Das Jugendorchester feierte viele vom Publikum begeistert empfangene Erfolge wie u.a. die Aufführungen von Mozarts „Bastien und Bastienne“ ,Telemanns komische Kantate „Der Schulmeister“ – mit einem Knabenchor in originalen Rokoko-Kostümen unter Leitung von Werner Fichten- , der „ Missa brevis“ von Mozart in Attendorn und Köln und die Umrahmung zahlreicher politischer, sportlicher und kultureller Anlässe. Aus dem Jugendorchester wurde 1962 das „ Jugendkammerorchester der Stadt Attendorn“ und 10 Jahre später zur 750- Jahrfeier der Stadt Attendorn das „Kammerorchester Attendorn“. Längst hatte man Kontakte zu vielen Chören gepflegt wie insbesondere auch zum Madrigalchor Attendorn und der Grundstein für eine bis heute bestehende freundschaftliche Partnerschaft zu den Bläsern der Südwestfälischen Philharmonie war gelegt.

Nach dem Rücktritt von Edwin Roth aus gesundheitlichen Gründen übernahm der bisherige Konzertmeister Werner Fichten 1984 das Dirigat des Orchesters, zunächst im Wechsel mit seinem Stellvertreter Hans- Georg Diez, dann ab 1986 bis Ende 2015 in alleiniger musikalischer Verantwortung am Dirigentenpult. Im November 2015 übergab Werner Fichten den Dirigentenstab an den bisherigen Gastdirigenten Valid Agayev.

Das Orchester widmet sich seit Jahren der Musik vom Barock und der Frühklassik bis zur Musik der Neuzeit. Vor einigen Jahren bildete die „ St. Paul’s Suite“ von Gustav Holst den Auftakt für die Erarbeitung englischer Literatur des 20. Jahrhunderts, die sich seitdem als zusätzliche Konstante durch die Konzertprogramme zieht.

Als Solisten traten bei den Jahreskonzerten immer wieder „ Eigengewächse“ aus dem Orchester auf. Verpflichtet wurden aber neben Dozenten der heimischen Musikschulen auch zahlreiche auswärtige Künstler wie der bekannte Konzertpianist Gottfried Herbst (München), der 1. Geiger des WDR-Sinfonieorchesters Köln Ortwin Noeth, die Flötistin Kathrin Heimann, Björn und Gerhard Vielhaber sowie Tobias Bigger (Klavier), Sebastian Bürger (Viola), Monique Braun und Jörg Klüser (Oboe) sowie Arnim Klüser (Flöte). Ein besonderes Highlight für das Kammerorchester war im Jahr 1999 die deutsche Erstaufführung des gerade erst in den USA entdeckten Konzerts für Bratsche von Sir William Herschel – gespielt vom amerikanischen Solo-Bratschisten der Südwestfälischen Philharmonie, Bruce Whitson sowie zum 50. Geburtstag das Viola- Konzert von Hoffmeister mit dem in Lennestadt geborenen Sebastian Bürger, Solobratscher der Essener Philharmonie.

Begeisternd war auch der Soloauftritt 2006 von Adrian Rinscheid, dem ersten Cellisten der Kammerorchesters, damals gerade 18 Jahre alt. Sein souveräner, virtuoser Vortrag des Cellokonzerts von Haydn erntete größten Applaus, vor allem auch in den Reihen der zahlreichen jugendlichen Zuhörer.

Eine Präsentation talentierter Nachwuchsmusiker und hochbegabter Musikstudenten als Solisten stellt ein besonderes Anliegen des Kammerorchesters dar. Nach gefeierten Auftritten der jungen Fagottistin Antonia Zimmermann und der Geigerin Vanessa Gembries in den vergangenen Jahren stand auch im Jubiläumskonzert 2012 mit der erst 19-jährigen Pianistin Inge Du eine junge Nachwuchskünstlerin im Mittelpunkt.

Seit 1995 ist das Kammerorchester ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit dem Zweck der „ Förderung und Pflege der Orchester- und Kammermusik“. Karl- Heinz Michels, von der Gründung an zunächst als Geiger, dann als Bratscher Mitglied im Orchester, führte den Vorsitz im Verein bis 2004. Seitdem leitet Barbara Wilkmann – Mitglied der ersten Violinen – als Vereinsvorsitzende die Geschicke des Kammerorchesters.