Konzertbericht 1.Dezember 2013

Das Kammerorchester Attendorn bescherte seinem Publikum am ersten Adventssonntag ein festliches  vorweihnachtliches  Konzert in der voll besetzten Aula des Rivius- Gymnasiums. Die Musiker unter ihrem Dirigenten Werner Fichten begeisterten wieder einmal  durch ihr harmonisches und mit Freude dargebotenes Musizieren. Und wieder einmal lag der besondere Reiz des Konzertnachmittags nicht zuletzt auch in der gelungenen Zusammenstellung des Programms.

Den Rahmen bildeten zwei Concerti Grossi des italienischen Komponisten Arcangelo Corelli, einem der führenden Vertreter dieser Konzertgattung. Aus den auch jetzt – genau 300 Jahre nach seinem Tod  –  immer noch beliebten 12 Konzerten op. 6 spielte das Kammerorchester zu Beginn die Nr.4. Schon der rasante Einstieg ließ das Publikum aufhorchen, brillant von der Konzertmeisterin Uta Geis eröffnet und in stimmigem Wechsel zwischen ihr und den weiteren Mitgliedern des Concertinos, Hans- Georg Diez (Violine), Adrian Rinscheid ( Cello) und Gerlinde Rentrop (Cembalo), sowie dem gesamten Orchester musiziert.

Die feine Art und Weise des Zusammenspiels, frisch in den Ecksätzen und äußerst sensibel in den langsamen Mittelsätzen zeigte sich insbesondere auch in den beiden Solokonzerten von Antonio Vivaldi, die zu einem Höhepunkt des Konzerts wurden. Der Gitarrist Thomas Hofer präsentierte das ursprünglich für Mandoline geschriebene Konzert RV 93, begleitet nur von wenigen Streichern des Kammerorchesters. Seine Interpretation beeindruckte in der gefälligen Einleitung und dem sehr schnell zu spielenden Schlusssatz, vor allem aber in der mit kunstvollen Verzierungen geschmückten,  gefühlvollen Darbietung des Andante Largo, welches sicherlich zu den schönsten langsamen Sätzen des Barock zählt.

Durch frühere Auftritte bekannt, faszinierte der Cellist Adrian Rinscheid auch dieses Mal durch seine ausdrucksstarke Virtuosität und sichtbare Freude an musikalischem Gestalten. In Vivaldis Cellokonzert a- moll  RV 422 forderte er das Orchester durch rasante Tempi – insbesondere im Allegro des 3. Satzes -, die er teils kraftvoll, dann aber wieder mit unglaublicher Leichtigkeit umsetzte. Im wunderbaren Largo, in dem er nur vom Cembalo und Tutti- Cello begleitet wurde, gefielen seine langen Bögen und sein besonders weicher, warmer Ton. Beide Solisten ernteten zu Recht lang anhaltenden Beifall.

Weihnachtlich stimmungsvoll wurde es mit der Weihnachtssinfonie des italienischen Komponisten Gaetano Maria Schiassi und dem Concerto Pastorale von Johann Melchior Molter. Guter Tradition folgend stand anschließend auch ein Werk eines englischen Komponisten auf dem Programm. Als Ausflug in das 20. Jahrhundert stellte das Kammerorchester mit „ Bethlehem Down“ ein ursprünglich für gemischten Chor geschriebenes Carol vor, arrangiert für Streicher von Philipp Lane. Mit hörbarem musikalischem Gespür verstanden es die Musiker, die eingängige Melodie, die in den Strophen gestaltet wird und unter Tonartwechsel durch alle Stimmen zieht, wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Wenn nicht längst geschehen, so entfaltete sich spätestens mit Corellis berühmtem Weihnachtskonzert op.6 Nr.8 vorweihnachtliche Besinnlichkeit. Wunderbar vom Kammerorchester gespielt die Pastorale zum Schluss, die von  Einstein als „ das klingende Gegenstück der berühmten Natività des Sandro Botticelli“ bezeichnet wird.

Nicht enden wollte der Applaus des Publikums und erst nach der Wiederholung einiger Strophen aus Warlocks Carol ließen  sich die Zuhörer dazu  bewegen den Heimweg anzutreten.

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