Das Abschiedskonzert des Dirigenten Anar Bramo wurde zu einem fulminanten Höhepunkt und glanzvollen Schlusspunkt in seinem Wirken als musikalischer Leiter des Kammerorchesters Attendorn.
Ein besonderes Konzert zu einem besonderen Anlass sollte es werden, so die Vorsitzende des Orchesters, Barbara Wilkmann in ihrer Begrüßungsansprache, und sie hatte den zahlreich erschienen Zuhörern nicht zu viel versprochen.
Das Orchester präsentierte sich schon in den Streichersätzen in Bestform. Unter Führung seiner Konzertmeisterin Svenja Kohlmann musizierte es mit frischer Lebendigkeit und in sehr harmonischem, fein nuanciertem Zusammenspiel Vivaldis Concerto RV 121 und den Allegro- Satz aus Mozarts Divertimento KV 137 zur Eröffnung des Konzertabends.
Welche musikalische Entwicklung das Orchester zusammen mit seinem Dirigenten in den letzten 5 Jahren genommen hat, zeigte sich eindrucksvoll in der leidenschaftlichen Interpretation der beiden Sätze aus der Simple Symphony von Benjamin Britten. Wunderschön entwickelte sich ein intensiver Streicherklang in der ruhigen, sehr emotionalen Melodieführung der „Sentimental Sarabande“, gefolgt vom fast hitzigen, energiegeladenen „Frolicsome Finale“.
Glanzpunkte des Konzerts waren zweifellos die Auftritte der drei Klaviersolisten Anna Victoria Tyshayeva, Ani Ter- Martirosyan und Ashot Khachatourian, allesamt renommierte international auftretende Pianisten. Hervorragend begleitet vom Kammerorchester stellten sie mit Bachs d-moll Cembalo- Konzert, dem Konzert Nr.3 von Beethoven und Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 sehr bekannte Werke der Klavier- Literatur in den Mittelpunkt. Derartig hochkarätige Künstler in Attendorn begrüßen zu dürfen und zu erleben, wie sie zusammen mit dem durch ihren Dirigenten wieder einmal zu Höchstleistungen angespornten Kammerorchester Attendorn auftraten, war schon bemerkenswert und faszinierend.
Furios, mit kraftvollem Engagement und höchster Virtuosität von Ashot Khachatourian vorgetragen endete das Konzert mit dem dritten Satz aus Rachmaninows Klavier- Konzert Nr.2.
Doch nicht nur musikalisch, auch emotional erreichte der Abend seinen Höhepunkt, als die Vorsitzende des Kammerorchesters die erfolgreiche Arbeit von Anar Bramo würdigte, der das Orchester über viele Jahre geprägt und fortentwickelt hat. Sichtlich gerührt richtete sich auch der Dirigent an die Zuhörer und dankte für das ihm von Orchester und Publikum entgegengebrachte Vertrauen und die gemeinsame Zeit.
Der Saal reagierte mit frenetischem, lang anhaltendem Applaus – Ausdruck der Wertschätzung und Verbundenheit aller Besucher. Zum krönenden Abschluss erklang eine eigene Komposition des Dirigenten – „Heimkehr“- für Violine gespielt von Anar Bramo, Klavier und Orchester.